Trickkiste


1: Pinpointer: Hier scheiden sich oft die Geister. Einigen Schatzsuchern genügt die Pinpiontfunktion an ihrer Sonde, andere bevorzugen den externen Pinpointer für die Kleinteilesuche. Mein Minelab Explorer ist in dieser Hinsicht ausreichend, nur bei sehr kleinen Teilen ist er schlecht verwendbar und unhandlich. Jetzt aber 60 bis 70 Euro für ein Bulleye oder einen sonstigen Pinpointer auszugeben würde den Geldbeutel unnötig schröpfen.  
Für unsere Zwecke sind die Leitungssucher vom Baumarkt ausreichend. Für ein paar Euro erhält man dort die 5-10 cm tiefgehenden Leitungssucher. Diese werden einfach mit Tape untenherum verstärkt, sodass keine Nässe eindringen kann und schon kann man mit den meisten Modellen den Aushub glattstreichen und das gesuchte Objekt lokalisieren. Tom hat seinen sogar mit einem Taster ausgestattet, sodass er das Potentiometer nicht immer ausschalten muss, sondern einmal einregelt und dann über den Taster den Stromkreis schliesst. 

2: Suchhose: Eine geniale Lösung stellen Gärtnerhosen dar. Diese haben viele Taschen, sind robust und mit einem Kniepolster ausgestattet. Damit ist es problemlos möglich längere Zeit an einem Loch zu knien und kopfüber zu graben. 

3: Suchgürtel: Ein Suchgürtel ist eine praktische Lösung und kann den Rucksack bei flächenbegrenzter Suche gut ersetzen. Mein Suchgürtel enthält: Mehl zur Fundstellenmarkierung, den Pinpointer, das GPS, den Klappspaten, ein kleines Fernglas, Ersatzbatterien, Multitool und verschiedene Plastiktüten für Funde. Mein Suchgürtel ist eine Maurertasche vom Baumarkt mit vielen Taschen und Halterungen für Werkzeuge. 

4: Taucheranzug statt Höhlenschlaz: Eine Alternative für wasserführende Höhlen ist ein alter Taucheranzug mit Neoprensocken für die Gummistiefel. Damit kann ich einfach tiefere Wasserstellen oder Siphons problemlos durchwaten. Mit Knieschonern und Ellbogenschoner ausgestattet verschleißt der Anzug gering. Zwar wird der Anzug tropfnass, hält aber warm und erlaubt gute Bewegungsfreiheit. Außerdem ist das Heraustauchen von Gegenständen kein Problem mehr. 

5: Elektrolyse selbstgemacht: Die Entrostung von Funden wird am besten in der Elektrolyse durchgeführt: Kaiser Natron in einer Edelstahlschüssel (Hundenapf) mit Wasser auflösen. Das Natron gibt es im Drogeriemarkt. Backpulver tut es auch. Ein voller Esslöffel auf 3 Liter. Ein Ladegerät für Autobatterien mit mind. 2 Ampère mit dem Pluspol an der Schüssel und dem Minuspol am Fundstück anklemmen. Achtung dabei, das Fundstück darf die Edelstahlschüssel nicht berühren. Ich lege dazu das Fundstück in ein Nudelsieb aus Plastik. Fängt es an zu gasen läuft die Elekrolyse an. Gast es nicht, ist meistens der Kontakt mit dem Fundstück korrodiert. Einfach blank schleifen. Die Dauer ist je nach Größe und Konzentration unterschiedlich. Alle zwei Stunden checken und Wasser nachgießen. Ein Aquarienheizstab beschleunigt die Elektrolyse ungemein. Aber dadurch verdampft mehr Wasser. Auf Durchlüftung des Standortes achten, es entsteht  Wasserstoff. Genauer beschrieben ist die Elektrolyse unter: http://www.holzwerken.de/museum/links/elektrolyse.phtml

6: Neoprenhandschuhe bei wasserführenden Höhlentouren: (von Jürgen) Die normalerweise verwendeten gefütterten Gummihandschuhe sind entweder zu dünn oder kalt wenn das Wasser hineinläuft. Eine bessere Lösung sind 2-3 mm dicke Neoprenhandschuhe über die Winterarbeitshandschuhe gezogen werden. Alles wird zwar nass wenn man ins Wasser greift, hhält aber die Wärme hervorragend. Die Arbeitshandschuhe sind griffig und erlauben Kletterpartien. 

7: Routenplanung über Google: (von Jürgen) Ideal für eine optische Routenplanung ist Google Earth. Aber Vorsicht im Gebirge. Durch die Aufnahmewinkel der Satelliten können GPS Daten von den Photos abweichen und führen unter Umständen ab vom Weg. 

8: Eispickel statt Klappspaten:(von Jürgen) Für Suchen in höheren Lagen ist ein Eispickel sinnvoll. Da die Erdüberdeckung in der Höhe gering und die Funde auch zwischen Steinen liegen können, bietet der Pickel mit seiner Grabspitze und seinem Hebelarm eine gute Alternative zum Klappspaten. Darüberhinaus ist er als Wanderstock und Sicherung multivariabel einsetzbar. 

9: Abseilachter mit Entriegelung: (von Jürgen) Überhaupt nicht geeignet für Canyoning sind die regulären Kletterabseilachter. Hängt man nämlich in einem Wasserfall fest, steht der normale Abseilachter unter Zug und kann nicht gelöst werden. Ein entriegelbarer Abseilachter (Kong oder Hydrobot) erlaubt jedoch auch das Lösen des Seils unter Zug. 

10: Canyoningschuhe: Als Canyoningschuhe werden spezielle Stiefel im Zubehörhandel angeboten. Diese Stiefel sind für den Einsatz in den Klammen sehr gut geeignet, sind jedoch bei Algenbewuchs rutschig. Wir nutzen knöchelhohe Leichtbergschuhe von Adidas. Diese eignen sich für den Zustieg zur Klamm und stehen den teureren Canyoningschuhen nicht nach. Zieht man innen noch Neoprensocken an sind die Schuhe trotz Nässe auch angenehm warm. 

11: Schutzhelme: Kletterhelme eignen sich in warmer Umgebung sehr gut als Kopfschutz. In den kalten Klammen und den zugigen Höhlen ist mir eine Motorradhalbschale mit Styroporeinlage lieber. Er hält den oftmals patschnassen Kopf besser warm als es eine Mütze unter dem Kletterhelm je könnte und auch Lufzug kann nicht den Kopf verkühlen. Ausserdem habe ich die Styroporeinlage mit einem Gasbrenner genauer der Kopfform angepasst. Damit sitzt die Halbschale auch auf dem Taucheranzug in der Klamm perfekt. 

12: Markierung im Gelände: Bei der Flächensuche bin ich immer hin und her gerissen zwischen sofortigem Graben nach einem Signal, und der Beendigung der Flächensuche und erst danach zu graben. Um die Fundstellen zu markieren hat jeder seine eigene Technik, manche nutzen Markierungsstäbe, manche Farbsprays. Einfach, preiswert und effektiv ist Weissmehl. Ich habe eine Tüte davon im Suchgürtel. Damit markiere ich die Fundstelle und kehre später wieder zurück um zu graben. Auch über die Umweltverträglichkeit muss ich mir keine Gedanken machen, der nächste Regen löscht die Markierung rückstandsfrei auf. Und am Abend hat man noch evtl. etwas Mehl für einen Kaiserschmarren übrig.

13: Rucksäcke: Für die Suche ideal sind meiner Meinung nach Kletterrucksäcke mit halbstarren Rahmen. Die vielen Aussenbefestigungen erlauben den bequemen und griffbereiten Transport von Spaten und Sonde und sonstiger Ausrüstung.  Eine Unterteilung in zwei Hauptfächer erlaubt ein “Dreck- und Fundfach” und ein “Brotzeit und Klamottenfach”. Ganz wichtig ist ein stabiler Hüftgurt um das Gewicht auf die Hüfte zu legen und Ausrüstung daran zu befestigen. (GPS, Multitool, Fernglas.) Je mehr Aussentaschen desto besser.

14: Wasserdichte Verpackung: Als wasserdichte Verpackung für trockene Ersatzklamotten oder Technik haben sich Seal Bags bewährt. diese sind über den Fachhandel in verschiedenen Grössen beziehbar. Wichtig ist zu wisen dass in den Seal Bags bei Verringerung der Umgebungstemperatur Kondenswasser entsteht. Deshalb immer einige Trockenpäckchen in den Bag packen. Diese findet man oftmals beigelegt bei neuen Geräten.

15: Taschenlampe: Eine wasserdichte leichte Taschenlampe ist Gold wert. Sei es man findet überraschend ein Loch oder eine Höhle, sei es die Suche hat sich bis in die Dunkelheit fortgesetzt, sei es man will in der Klamm einen Kolk ausleuchten. Ich nutze eine wasserdichte Aquata mit 6 LED`s. 

16: Batterien oder Akkus: Das ist temperaturabhängig. Aus Umwelt- und Kostengründen bevorzuge ich Akkus. Sinkt die Temperatur unter 5 Grad lässt die Leistung der Akkus jedoch nach und normale Batterien sind leistungsstärker. Akkus müssen dann körpernah verstaut werden. Dabei achte ich darauf dass alle Technik (GPS, Sonde, Taschenlampe, Kamera, usw.) mit der gleichen Stromquelle bestückt werden kann.

17: Fundteilungsvertrag: Ist man mit neuen Leuten unterwegs, oder möchte mann sich in der Gruppe klare Fundteilungsverhältnisse haben bietet sich ein Fundteilungsvertrag an. Meiner Erfahrung nach lassen sich dabei auch bestehende Erwartungen der Teilnehmer an eine Verteilung oder Verwertung von Funden gut entdecken. Gerade die oftmals verschiedenen Inputs von Gruppenmitgliedern verlangen differenzierte Fundaufteilung. Einer hat die Recherche geleistet, den Kickoff gegeben, wie kann mann diese Leistung berücksichtigen? Der andere hat seine Tiefensonde wochenlang zur Verfügung gestellt, wie vergütet man das. Deshalb ist es sinnvoll sich im Vorfeld über eine entsprechende Verteilung Gedanken zu machen, um nicht den Supergau vieler Schatzsuchergruppen zu erleiden. Das Zerstreiten nach einem Fund über dessen Verwertung. Für die gerechte Aufteilung ist viel Gehirnschmalz notwendig um die verschiedenen Ansprüche unter einen Hut zu bekommen. Ein rechtlich nicht geprüftes Muster für den internen Gebrauch in der Gruppe findet Ihr unten. Einen ähnlichen Vertrag nutzen wir auch in den von uns angebotenen Seminaren und Suchen.