"Expedition Unknown":

Josh Gates zieht auf der Suche nach Abenteuern und Schätzen rund um die Welt. In Mittenwald stösst er auf das Rätsel des "Pastors Letter". Neugierig geworden folgt er den Hinweisen auf der Karte immer begleitet vom Filmteam des Discovery Channels.

Viel Spass hatten wir mit Josh und seiner Crew beim Dreh im oberbayerischen Karwendel, und sind schon gespannt auf das Ergebnis. Voraussichtlich im März 2019 wird unsere Jagd nach dem Schatz des "Pastors Letter" dann auf Discovery Channel im Rahmen der Serie "Adventure Unknown" zu sehen sein.l

Der Pastors Letter

Eine der rätselhaftesten Schatzkarten der Welt: 


Der ,March Impromptu', eine Schatzkarte, meisterhaft getarnt als Musikstück und kryptisch ergänzt mit Liedtexten, versteckten Runenzeichen in den Notenlinien und einer kodierten Zahlenfolge am Blattende.



Der sinistre Ruf der mysteriösen Karte ist bis nach Hollywood gedrungen und ein bekannter Abenteurer aus der Serie 'Expedition Unknown', Josh Gates, hat sich mit einem Kamerateam aufgemacht den Spuren der rätselhaften Karte zu folgen. Im Dezember sind die Amerikaner im Rahmen der Erfolgsserie dem "March Impromptu" im oberbayerischen Karwendel nachgegangen und haben eine spannende Abenteuergeschichte inszeniert.

Die Ausstrahlung erfolgt auf Discovery Channel im März 2019. Bei einer Reichweite von 110 Mio Zuschauer im englischsprachigen Raum hoffen wir auf Feedback. Vielleicht von Erben oder sogar noch von Zeitzeugen, die als Soldaten der amerikanischen Armee in Mittenwald stationiert waren.













Oben: Josh Gates, Sebastian und ich

Unten: Hollywood pur: Die als Verstecker verkleidete Statistengruppe


Und wir sind natürlich gerne mit von der Partie, denn seit Jahren tobt die Meinungsschlacht. Echt oder Fake? Von Bormann angeordnet, von Franz Xaver Schwarz und Co. ausgeführt? Eine dreistufige Schatzkarte? Rätsel über Rätsel. Vielleicht decodieren wir mit Hilfe der Ressourcen und Finanzmittel der Amerikaner das Musikstück.


Immer wieder überprüfen auch Rätselknacker ihre Theorien vor Ort und ziehen mit Detektoren und einer Lösungsidee in die Berge rund um Mittenwald. 


Hier möchten wir einen interessanten Lösungsansatz von Matthias, einem Hobby-Kryptologen, der seit Jahren an der Entschlüsselung der Karte arbeitet, vorstellen. Er liefert auf den ersten beiden Ebenen der mysteriösen Karte eine einleuchtende Lösung.


Für den dritten Teil der verschlüsselten Schatzkarte hoffen wir auf findige Rätselknacker, welche ihrem Gehirnschmalz eine einleuchtende Lösung abringen. Dieser würden wir anschliessend gemeinsam nachgehen.



Die rätselhafte Schatzkarte des Martin Bormann:


Ein seltsames Musikstück fiel einem niederländischen Autor, Karl Hammer Kaatee, im Rahmen einer Recherche in Mittenwald zufällig in die Hände. Es handelte sich um ein außergewöhnliches Notenblatt. Als musikalische Grundlage diente ein wenig bekannter Marsch von Gottfried Federlein, der "Marsch Impromptu". Dieser wurde durch Textteile, versteckte Runensymbole und eine kryptische Zahlenreihe ergänzt.


Warum aber sollte jemand aufwändig ein Musikstück derart verfremden? Kaatee entwickelte aufgrund der Fundumstände und des Hintergrundes eine schier unglaubliche Lösung. Zwar unglaublich aber nicht unmöglich.


Seiner Meinung nach ist das verfremdete Musikstück eine dreistufige Schatzkarte, welche an Xaver Schwarz, dem Kassenwart der NSDAP übermittelt werden sollte. Als ursprünglicher Auftraggeber wird Martin Bormann vermutet. Damit stehen hinter der Karte hochrangige Nazis, die durchaus an eine Fortsetzung des Widerstandes, auch über das Kriegsende hinaus, glaubten und, wie Hammer Kaatee vermutet, auch dafür vorsorgten. Bekannt ist, dass mit Ausrüstung, Waffen, Sprengstoffen und natürlich wertvollen Tauschmitteln, wie Juwelen, Devisen oder Morphium, zum Ende des Krieges sogenannte Werwolf-Verstecke angelegt worden sind. Daraus sollten sich nazitreue Partisanen, die sogenannten Werwölfe, finanzieren und ausstatten und einen Guerillakrieg gegen die Besatzer führen. Vorbild waren die erfolgreichen Guerillabewegungen auf dem Balkan. Katee entwickelt daraus die Idee dass es sich um ein solches Werwolfversteck, initiert aus Hitlers engsten Umfeld, handeln könnte.


So weit so gut, aber warum wurde die Karte aufwändig verschlüsselt? Nun, Franz Xaver Schwarz war als hochrangiger Nazi und Reichsschatzmeister der NSDAP,  in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Wie teilt man aber einem Kriegsgefangenen dessen Post sehr genau geprüft wird, die Lage eines versteckten Schatzes mit, der wohl zur Finanzierung einer Widerstandsbewegung nach dem Kriegsende dienen sollte?


Und hier muss man die Phantasie des Verbringers bewundern. 


Was ist weniger verdächtig als dazu ein Musikstück zu verwenden? Text, Runen und Zahlenreihe geben einem Zensor keinerlei Anlass eine versteckte Botschaft zu vermuten. Dem Empfänger jedoch entschlüsselt sich daraus die Lage eines verborgenen Schatzes. Franz Xaver Schwarz hatte der Brief mit der Karte wohl niemals erreicht, er starb in der Kriegsgefangenschaft. Der Brief geisterte wieder zurück und wurde im Mittenwalder Pfarramt archiviert, bis er von Hammer Karl entdeckt wurde.



Der Versuch einer Entschlüsselung:


Die Botschaft darin scheint dreistufig zu sein. Im Vergleich zum orginalen Notenblatt des Gottfried Federlein fallen folgende Ergänzungen auf: 


1: Ein Textteil getarnt  als Liedtext.


2: Eine Runenbotschaft durch mehrere Runen unauffällig in die Notenstruktur einbaut.


3: Eine kryptische Zahlenreihe am Ende des Blattes.


Damit scheint sich ein dreistufiger Schatzplan auszudrücken. Der Text verweist inhaltlich ausdrücklich auf das Gebiet um das oberbayerische Mittenwald, fast alle genannten Ortsbezeichnungen finden sich in den Bergen um Mittenwald. Also im ersten Schritt eine Gebietszuordnung. Die Runen könnten dann ein Suchareal definieren und die Zahlenfolge eine konkrete Grabeanweisung darstellen.


Beispielhaft könnte also eine ähnliche Anweisung wie die folgende in der Schatzkarte verborgen sein:


1. Text: Suche am Predigtstuhl bei Mittenwald den dritten Bergbach von Schwarzwasser aus.

2. Runen: Steige am rechten Ufer auf bis du zu einem Felsen kommst auf dem eine grosse Buche wächst. Dort findest du eine Rune eingeschnitten.

3. Zahlenreihe: Gehe davon 80 Schritt nach Osten und 20 Schritt nach SW. Grabe dort.


Im folgenden wird die Analyse eines seit Jahren mit der Erforschung der Karte beschäftigten Schatzsucher, Matthias aus Niederbayern, vorgestellt. Ausgangspunkt für die Entschlüsselung ist eine Wanderkarte aus den Kriegszeiten.

Matthias hat, ausgehend vom Notenblatt, eine schlüssige Interpretation des Textes erarbeitet. Danach hat er sich an die Entschlüsselung der Runen gemacht, und hat, unter Verwendung von verschiedenen Runenalphabeten, auch hier eine mögliche Bedeutung erarbeitet.

Die Zähne beißen wir uns momentan mit der Deutung der dritten Stufe, der Zahlenreihe aus, da sind wir bislang gescheitert. Wer sich gerne mit Denksportaufgaben beschäftigt ist herzlich eingeladen seinen Scharfsinn an der Zahlenreihe zu wetzen. 


Viel Erfolg wünschen Matthias und Jürgen.



Textanalyse des Notenblattes:


Wo Matthias Die Saiten Streichelt

Eindeutig bezieht sich dieser Satz auf den Ort Mittenwald in Oberbayern. Dort lebte im 18.Jahrhundert der Geigenbauer Matthias Klotz, der als Begründer des Geigenbaus in Mittenwald gilt. Pfiffigerweise wird durch die Formulierung der Markt nicht erwähnt, nur Informierte können daraus auf den Ort schliessen.



Edelweiß Über Schwarzwald

In dem Textstück wird fast poetisch auf ein Edelweiß, welches über dem Schwarzwald thront verwiesen. Tatsächlich gibt es in der Nähe von Mittenwald ein Gebiet, das Schwarzwald heißt und....



... über diesem Schwarzwald ragt die Arnspitz auf. Nahe des Gipfels befindet sich die Arnspitzhütte, die schon 1910 vom Deutschen Alpen Verein errichtet wurde. Dessen Logo und die Hütte ziert das Edelweiß des Alpenverein. Daher der Satz Edelweiß über Schwarzwald.



Kein Wasser Kalt

Schwierig zu entschlüsseln war dieser Textteil: "Kein Wasser kalt" Seltsam formuliert denn einfacher wäre gewesen beispielsweise "Wasser warm" zu formulieren. Aber "Wasser warm" gibt es um Mittenwald, z.B. als warme Quelle nicht. Also wurde gezielt "kein Wasser kalt" gewählt, um etwas anderes zu beschreiben, aber was? Nachdem wir hier eine verschlüsselte Karte vorliegen haben müsste es sich um eine Ortsbezeichnung handeln. Aber ein "Kaltwasser" oder kaltes Wasser ist nirgends im Umkreis auf der Karte verzeichnet und außerdem handelt es sich um "kein" Wasser kalt. Das kalte Wasser ist nicht vorhanden. Wo aber fehlt aber kaltes Wasser bei einer Ortsbezeichnung?

Wasser Kalt oder kaltes Wasser deutet auf Eis hin. Das vorgesetzte Wort Kein bedeutet also kein Eis, oder Eis, das nicht (mehr) da ist. Tatsächlich gibt es nahe Mittenwald einen Punkt auf den diese Beschreibung zutrifft, das Naturdenkmal Gletscherschliff.



Predigtstuhl Kreuz u. Kranz

Hier ist wieder eine klare örtliche Zuordnung möglich.

Mit diesem Satz werden drei Bergspitzen um Mittenwald beschrieben. Der Predigtstuhl, ein bekannter Berg im Karwendel und die Kreuzwand liegen östlich, der Hohe Kranzberg westlich von Mittenwald. Zusätzlich sind die schwarzen Balken, die unter der Textzeile auf dem Notenblatt hinzugefügt wurden, auf eine Karte übertragen, deckungsgleich mit diesen Bergen. Das rätselhafte freistehende M im Notenblatt steht dabei für den Ort Mittenwald.




Nordost Die Krone

Ausgehend von Mittenwald gibt es nordöstlich tatsächlich nur einen Ort, der zum Kriegsende mit einer Krone in Verbindung gebracht werden kann. An den Ufern der Soiernseen kurz unter den Soiernspitzen, heute eine beliebte Gipfeltour, errichtete der Schlösserkönig König Ludwig II. ein Gebäude. Auf der Karte ist das Gebäude als Königshaus bezeichnet.



Enden der Tanz 

Betrachtet man alle diese Punkte auf einer Karte, ist zu erkennen, dass diese Punkte nicht willkürlich, sondern von unten nach oben beschrieben sind, wobei Zeile eins den Ort Mittenwald als Ausgangspunkt beschreibt. 



Deutet man diese Markierungen als Tanzschritte so bedeutet "Enden der Tanz" den Tanz zu beenden sprich die Schritte zu verbinden. Verbindet man die so erzeugten Punkte:

Mittenwald (als Bezugspunkt),  - Soiernsee - Kranzberg-  Kreuzwand - Predigtstuhl - Gletscherschliff- Schwarzwald- Arnspitzhütte erhält man ein markantes Zeichen: 


Die Unterschrift von Adolf Hitler als Kürzel.


Hier einige Unterschriftenbeispiele.



Damit sind drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Erstens wird die Echtheit der Karte dem Empfänger offenbar.  Zweitens wird das Gebiet in dem das Versteck ist dem Empfänger mitgeteilt, ohne dass ein zufälliger Leser, insbesondere ein Zensor, aufmerksam werden würde.

Warum aber sollte drittens in der Karte ausgerechnet die Signatur von Hitler beschrieben werden? Könnte nicht ein einfacheres Erkennungszeichen, beispielsweise ein Kreuz, verwendet werden? 


Die Antwort ergibt sich aus einer Beschreibung der Partnachklamm in dem Ort Garmisch:

"Die Schlucht wurde schon im 18. Jahrhundert von Einheimischen begangen, die unter Lebensgefahr Brennholz aus dem Reintal auf Triftwegen nach Partenkirchen transportierten. Vom 18. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre wurden der Fluss und die Klamm als Triftbach genutzt. Im Frühjahr wurde das mit einem Erkennungszeichen des Eigentümers, dem Hausmarch, gekennzeichnete Holz in den Bach geworfen und vom Schmelzwasser zu Tal transportiert."


Der Titel des Notenblatts bezieht sich auf dieses Erkennungszeichen. Marsch Impromptu oder anders formuliert Improvisierte (Haus-)March verweist auf den Eigentümer der Wertgegenstände, auf deren Versteck die Karte auch hinweist. Die Theorie von Hitler Diamanten als verbrachte Objekte wird durch diese Entdeckung plausibler und es schwindet die Möglichkeit, dass es sich um große Goldvorräte handelt. 


Zusammen mit anderen beschriebenen Hinweisen deutet alles auf ein bestimmtes Gebiet hin. Die endgültige Gewissheit, dass das entdeckte Areal das richtige sein muss liefern die drei schwarzen Balken mit dem Buchstaben in der Mitte. Diese sind, auf eine Landkarte  übertragen, absolut deckungsgleich mit markanten Stellen auf dem Areal. 


Dennoch bleibt die Frage offen, warum die Punkte so seltsam beschrieben wurden. Die Antwort hierfür liefert wieder die Karte selbst. Das erste Wort oben auf dem Blatt lautet secondo was übersetzt zwei, oder zweifach bedeutet. Das ist ein Hinweis darauf, dass alles auf der Karte eine doppelte Bedeutung hat. Dies erklärt auch warum aus einem Notenheft mit mehreren Dutzend Seiten genau diese ausgewählt wurde um die Botschaft zu verstecken. So ist die zweite Bedeutung von Marsch Impromptu höchstwahrscheinlich eine improvisierte Marschroute und die Textzeilen beschreiben einzelne Wegpunkte auf dieser Route. Die beschriebene Route führt bis nach Südtirol. Es handelt sich dabei um eine Fluchtroute von Nazis und Kriegsverbrechern ins sichere Italien. Von dort aus ging es dann weiter nach Südamerika oder arabische Länder. Das Wissen über eine solche Wegstrecke war am Ende des Krieges mehr wert als Gold oder Diamanten. Dass solche Wege bekannt waren und genutzt wurden ist gesichert. Sie erhielten sogar einen eigenen Namen, die Rattenlinien.



Allerdings konnte ich mir bisher keinen schlüssigen Reim auf die Zahlenreihe am Textende machen. Für das Auffinden des Versteckes könnte sie wie oben dargestellt als Grabeanweisung von Relevanz zu sein. Vielleicht können damit auch Rückschlüsse über den Verbringer oder die Art des Schatzes gemacht werden. Außerdem müssten die Zahlen auch eine Doppelbedeutung haben. Es ist auch gut möglich, dass es sich, mit Bezug auf die Rattenlinie, um einen Anlaufpunkt oder eine Kontaktperson in Norditalien handelt.



Der Teil der Karte bleibt weiterhin rätselhaft:  Die Zahlenfolge am Ende des Notenblattes. Wenn von den Lesern hier ein Knobelfreund, Rätselknacker oder begabter Dechifrierer sich eine Lösung erarbeitet hat ist er herzlich eingeladen sich mit Matthias unter marsch-Impromptu@gmx.de in Verbindung zu setzen und mit vereinten Hirnschmalz die Position des Schatzes zu ermitteln.