INDOORSUCHE


Ein spezielles Feld der Suche ist die Indoorsuche. Gerne wurden und werden Verstecke in Gebäuden angelegt. Es gibt sogar Beratungsfirmen, die bei der Anlage von Verstecken in Gebäuden zur Seite stehen.


Für den Verstecker bieten sich dabei eine Vielzahl von Vorteilen im Vergleich zu Outdoorverstecken: Eine langfristige und solide Planung und Ausbau des Versteckes ist möglich, genauso wie allzeit ein schneller Zugriff. Die Gefahr von Zufallsentdeckungen durch Fremde ist sehr unwahrscheinlich. 

Der Klassiker der Indoorverstecke ist der eingemauerte Tresor hinter dem Bild, aber wir haben schon Verstecke zwischen Dachsparren, in Fehlböden, hinter Fußleisten und in Treppen aufgespürt.


Eine Haussuche unterscheidet sich grundlegend von der Outdoorsuche. Meist existiert eine konkrete Vorgeschichte in deren Rahmen auch der Verstecker bekannt ist. Die Gebäude erfordern andere Suchtechniken und eine andere Ausrüstung als die Suche im Freien, die wir im vorherigen Kapitel besprachen. Der wesentliche Unterschied ist der, dass nicht der Metalldetektor DAS Werkzeug ist, sondern eine zweitrangige Rolle spielt. Für die Indoorsuche benötigt der Sucher UV-Licht, ein Endoskop, eine IR-Wärmebildkamera und Heizstrahler oder Scheinwerfer mit starker Hitzeentwicklung. Wozu dies alles?

UV-Licht ermöglicht eine schnelle und einfache Art zur Feststellung von Oberflächenveränderungen an Wänden, Decken und Böden. Wurde ein Eingriff vorgenommen und etwas eingemauert? Ultraviolettes Licht kennt fast jeder als Schwarzlicht aus der Disco oder aus Serien wie CSI, in denen Tatorte mit diesem Licht untersucht werden. Es hat die Eigenschaft verschiedene Oberflächenbeschichtungen, welche im Tageslicht farbgleich sind, unterscheidbar zu machen. Eine weiße Wandfarbe z. B. hat im Tageslicht die gleiche Farbe wie der weiße Untergrund, der vielleicht von einem früheren Anstrich herrührt. Im UV-Licht offenbart sich dann, dass die neuere Farbe, begründet durch eine andere Zusammensetzung oder andere Aufbringungsweise, einen anderen Rückstrahlkoeffizienten als die ursprüngliche Farbe hat und es ist deutlich zu erkennen, dass Partien der Wandfläche ausgebessert wurden. Das lässt auf nachträgliche Arbeiten an dieser Wandfläche schließen.
Natürlich müssen die UV-Lampen leistungsstark sein, um die Ausleuchtung zu garantieren. Wir nutzen mehrere 400 Watt-Fluter aus dem Diskothekenzubehör zur Ausleuchtung. Diese stapeln wir auf Sackkarren und sind so im Gebäude mobil. Für die Nahuntersuchung werden von uns Leuchtstäbe und UV-Taschenlampen eingesetzt. Die Preise für einen Fluter bewegen sich, je nach Ausführung, um die 80 - 150 €, wobei die Spezialbirnen bereits mit ca. 30 € pro Stück zu Buche schlagen. Für die Suche muss selbstredend auch eine Stromquelle mit mindestens 1000 Watt zur Verfügung stehen.


Ein weiteres für die Indoorsuche unverzichtbares Suchinstrument ist das Endoskop. Hat man etwas geortet sollte die Überprüfung des Objektes oder des Hohlraumes minimalinvasiv per Endoskop erfolgen, bevor man daran geht, einen Fussboden aufzureißen oder eine Wand aufzustemmen. Mithilfe eines 11 mm Bohrloches schaffen wir einen Zugang für das Endoskop. Ideal sind Endoskope, die an einen Laptop oder ein Tablet angeschlossen werden können, um Fotos direkt zu speichern und auszuwerten. Auf jeden Fall sollte das Endoskop über eine eigene Lichtquelle verfügen. Endoskope gibt es in allen Preislagen von 50 bis 1500 €. Die hochpreisigen Geräte stammen meist aus der Medizintechnik und sind steuerbar. Wir nutzen die preiswerten Endoskope von Pearl (um die 50 €). Diese sind zwar nicht steuerbar aber über einen biegsamen Schwanenhals können wir die gewünschte Blickrichtung meist nach einigen Versuchen einstellen.


Ein richtig teures Suchgerät ist des Weiteren eine professionelle Wärmebildkamera. Hier legt man zwischen 800 und 5000 € für eine gebrauchte Version und ab 1200 € für eine neue Wärmebildkamera an. Die Preise sind nach oben offen. Die Wärmebildkamera erfasst die Temperaturunterschiede an Oberflächen in einem Bild und wird professionell meist für die energetische Untersuchung von Gebäuden eingesetzt. Für die Schatzsuche ist das Gerät hilfreich zur Erfassung von versteckten Objekten in Gebäuden. Leider kann man jetzt nicht einfach eine Aufnahme tätigen und sieht darauf verborgene Objekte. Vorher ist die Schaffung einer Temperaturdifferenz notwendig, um die unterschiedlichen Wärmeleitwerte von Strukturen herauszuarbeiten. Wir benutzen dazu starke Bauleuchten, Heizlüfter oder Gasstrahler mit denen wir die Wände aufheizen und dann die IR-Fotos erstellen. Unsere Kamera ist eine FLUKE TI 20, deren Handlichkeit und Akku auch den Einsatz im Freien (z. B. zum Aufspüren von Höhlen und Bergwerksstollen) ermöglicht. Ideal beim Einsatz der Wärmebildkamera ist eine kühle Witterung. Über Nacht wird der zu untersuchende Raum mit Heizstrahlen oder Bauscheinwerfern saunaähnlich erwärmt. Dabei erwärmen sich auch die Wände. Durch Stoßlüften entlässt man die warme Raumluft ins Freie, dann muss alles schnell gehen. Das jetzt einsetzende Abkühlen der Wände erfolgt je nach Material und "Untergrund" unterschiedlich schnell. Diese Temperaturunterschiede werden von der IR-Kamera erfasst und lassen Rückschlüsse auf eingemauerte Werte zu.


Professionelle Wärmebildtechnik.


Das Vorgehen bei Indoorsuchen möchten wir an einem Beispiel erläutern:

Im Dezember 2013 klingelte das Telefon. Ein Herr aus der Nähe von München hatte im Erbe seines Vaters Kaufbelege für Goldmünzen gefunden, jedoch keine Münzen. Zusätzlich erinnerte er sich an eine Aussage des Vaters ein "Notgroschen" wäre irgendwo im Haus eingemauert.
Für uns lautet bei Anfragen dieser Art die erste Frage: "Was für ein Haus muss durchsucht werden?" denn die Voraussetzung bei der Gebäudesuche ist die Zugänglichkeit der Wände und Böden. Ideal ist ein leeres Gebäude. Nicht immer findet man ein solches vor. Dann stellen wir Einrichtungsgegenstände erst auf die eine Seite des Raumes und selbiger wird auf der anderen Seite durchsucht. Anschließend werden die Möbel auf die durchsuchte Seite geräumt und der zweite Teil des Raumes kann inspiziert werden.
Alte Gebäude bestehen meist aus Ziegel- oder Steinmauern mit Holzdecken und Fehlböden. Darin ist das Suchen mit dem Detektor relativ problemlos, solange keine Stahlträger verbaut wurden. Mit einer Diskriminierungsfunktion am Detektor kann man die (Eisen-)Träger jedoch ausblenden. Sollte nichts gefunden werden muss man nochmals ohne Diskriminierung suchen, da die Werte natürlich auch in einer Stahlkassette versteckt sein könnten.
Neuere Häuser sind hier problematischer, da meist mit Stahlbeton gearbeitet wurde. Der verwendete Bewehrungsstahl ist manchmal auch feuerverzinkt. Das führt natürlich zu Fehlsignalen des Detektors. Das Ausblenden ist problematisch, solange es nicht bekannt ist, in welchem Behältnis der Wert verborgen sein könnte. Ein Tresor beispielsweise hat ähnliche Leitwerte wie ein hochwertiger Bewehrungsstahl. Ein weiteres Problem können die Profile von Trockenbauwänden sein, die ebenfalls aus Metall sind.
Über die Struktur der Ortungen bekommt man ein klareres Bild des Raumes. Wo laufen Träger, wo Strom- und Wasserleitungen, wo sind Abluftschächte. Diese werden in den Kopien der Baupläne (wenn denn vorhanden) vermerkt.
Die zweite unserer Eingangsfragen betrifft den Verstecker: Meist kannte ihn der Auftraggeber noch persönlich und kann ihn beschreiben. Daraus lassen sich möglich Versteckmuster ableiten. War er beispielsweise Maurer, wird eher in Wänden seine Verstecke angelegt haben, ein Tischler oder Schreiner eher in den Dachsparren oder der Holztreppe. War er beispielsweise Schachspieler könnten mehrere Verstecke auftauchen. Welche Räume bevorzugte der Verstorbene? Hatte er einen Hobbyraum? Auf jeden Fall lohnt es sich einen Blick auf den Charakter des Versteckers zu werfen und ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen..
Aufgrund der vorliegenden Informationen wird anschließend die Suchsystematik festgelegt. Ausgehend von den, wenn vorhanden, Grundrissplänen werden Räume mit hoher Fundwahrscheinlichkeit (z. B.: Schlafzimmer, Hobbyraum, Kellerräume) zuerst durchsucht. Das geschieht zweistufig: Ein erster Durchgang mit UV-Licht, ein zweiter mit dem Detektor. Dabei werden Hot Spots eruiert, also Anomalien an der Bausubstanz erfasst, welche anschließend weiter untersucht werden. Die Hot Spots werden mit Kreide markiert und auch in den Bauplänen vermerkt. Stimmen Leitwerte und Größe der georteten Objekte mit dem Suchgegenstand überein kann der Hot Spot sofort durch Wärmebildkamera und Endoskop weiter untersucht werden. Dazu wird, wie oben beschrieben, ein starker Lichtstrahler auf die Wand gerichtet, sodass ein Oberflächenaufheizung entsteht oder z. B. im Winter durch einfaches Fensteröffnen die Raumtemperatur herunter gekühlt, sodass zwischen den Bestandteilen der Wand und dem verborgenen Objekt ein Temperaturgefälle entsteht. Das Wärmebildphoto kann dann zur weiteren Auswertung eingesetzt werden.
Besteht noch Klärungsbedarf über das rätselhafte Objekt wird das Endoskop (Durchmesser 10 mm) durch ein 11 mm Probe-Bohrloch eingeführt und versucht, den Gegenstand weiter zu bestimmen. Auch auf die Art des Bohrstaubes ist dabei zu achten. Goldglänzende Bohrsplitter weisen auf einen angebohrten Barren hin. Stahlsplitter auf einen Tresor. Meist scharrt der Auftraggeber dann schon mit den Hufen und steht mit einem Bohrhammer bereit, die Wand zu öffnen.


In der Regel findet eine Gebäudesuche als Auftragssuche statt, seltener in eigener Sache, z. B. nach Erwerb einer älteren Immobilie. Unsere Erfahrung zeigt, dass die wohl erfolgreichste Art der Suche die Auftragssuche, egal ob in- oder outdoor, ist.


Gezielt, in einem meist definierten Gebiet, nach einem bekannten Gegenstand zu fahnden, erleichtert das Suchen ungemein. Oft Meist handelt es sich auch um erst kürzlich verlorene Güter. Wir haben schon Schlüssel, Brillen, verlorenen Schmuck und Eheringe gesucht. Aber auch die Suche nach einer Wasserleitung durch den Garten und nach einer Zahnspange, die bei einem herzhaften Nieser vom Balkon geflogen ist, hat uns schon beschäftigt. Manchmal haben wir aber auch Aufträge mit interessanten Hintergrundgeschichten erhalten. Beispielsweise die Anfrage eines Immobilieninvestors, der die ehemalige Villa eines Bevollmächtigten des Ribbentropp Amtes (AA) in der Schweiz abreißen lassen wollte, um dort ein Apartmenthaus zu bauen. Er vermutete im Gebäude oder Garten verborgene Kunstwerke, die er nicht vom Abrissbagger zerstören lassen wollte.



Auftragssuche bedeutet jedoch auch einen umfangreichen Maschinenpark vorzuhalten. VLF-Geräte für die Oberflächensuche, PI-Geräte für magnetisierbare Metalle und Tiefensonden für die "Gartenarbeit". Findet die Suche in einem Gebäude statt, dann sollten zusätzlich UV-Licht-Fluter vorhanden sein, das angesprochene Endoskop und im Idealfall eine Wärmebildkamera.


Unter glücklichen Umständen steht ein Materialmuster des "verlorenen" Gegenstandes zur Verfügung. Mit diesem lässt sich trennscharf zu anderen Metallen der individuelle Leitwert des Suchobjektes bestimmen, was die Suche in - wie wir immer sagen - verschrotteten Gebieten, also Bereichen mit einer hohen Dichte unterschiedlichster Metallgegenstände, vereinfacht.

Im Vorfeld einer Auftragssuche, egal ob drinnen oder draußen, sollten unbedingt einige Punkte beachtet werden.

1: Erstellen Sie eine Infosammlung.
Alle Informationen, die bereits im Vorfeld bekannt sind, erleichtern die Suche. Deshalb lohnt es sich die folgenden Infos vom Auftraggeber abzufragen: die genaue Hintergrundgeschichte, Unterlagen (Hier trennen sich oft Spreu vom Weizen und angebliche Schätze lösen sich in Luft auf.), mögliche Zeitzeugen benennen lassen, besorgen Sie sich Landkarten und/oder Baupläne, denken Sie in diesem Zusammenhang auch an Luftbilder und/oder Google Earth, checken Sie bei Outdoorsuchen die Bodenzusammensetzung und -struktur, eruieren Sie so viele Informationen wie möglich über den oder die Verstecker (Vorlieben, Charakter, usw.).

2: Machen Sie unbedingt einen Kreuzcheck.
Viele Schatz- und Versteckgeschichten beruhen lediglich auf Hörensagen oder Gerüchten. Diese sind zum Teil frei erfunden oder wurden von Erzählen zu Erzählen immer mehr aufgeblasen. Wer schon einmal "Stille Post" gespielt hat weiß, was aus einer Nachricht werden kann. Deshalb sollten die erhaltenen Informationen gegengecheckt ("Kreuzcheck") werden: Gibt es einen weiteren Zeugen, noch besser Beweisdokumente? Ein Kreuzcheck erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Fundes ungemein und spart im Gegenzug sinnlose Suchanstrengungen.

3: Ein Suchvertrag hilft beim "Sich vertragen".
Mit einem Auftraggeber sollte man nicht nur bei größerem Suchaufwand immer einen Suchvertrag vereinbaren. Wenn das Goldfieber ausbricht verwandeln sich bislang angenehme Zeitgenossen in Menschen mit großen Erinnerungslücken bezüglich vormals vereinbarter ausgemachter Fundaufteilung. Beste Freunde haben sich schon über die Verwertung eines geringwertigen Fundes entzweit.
Um diesen Ärger zu vermeiden ist ein Fundteilungsvertrag bei der Auftragssuche unbedingt erforderlich. Er regelt die Konditionen im Falle eines Misserfolges UND eines Fundes. Er zwingt die Beteiligten sich mit den möglichen Fundsituationen gedanklich im Vorfeld auseinanderzusetzen. Und das ist gut so.
Ausdrücklich empfehlenswert ist eine finanzielle Regelung für den Fall eines Misserfolges. Wird beispielsweise eine Suchpauschale von 200 €/Suchtag vereinbart, wird der Auftraggeber nicht nur "mal so auf Verdacht" suchen lassen, sondern ist vom Wahrheitsgehalt der Hintergrundgeschichte ungleich stärker überzeugt.
Auch empfiehlt sich eine Haftpflichtversicherung beim Auftragnehmer, alternativ kann jede Haftung über den Vertragstext ausgeschlossen werden. Wie leicht hackt man im Eifer der Suche eine Stromleitung an, die die ganze Nachbarschaft in Dunkelheit versinken lässt.

Ebenfalls unumgänglich ist ein Eigentumsnachweis des Auftraggebers für das zu durchsuchende Objekt.
Last but not least empfiehlt es sich einen Zeitplan zu erstellen. Die meisten Suchen dauern länger als veranschlagt, da sich in der Regel irgendwelche unvorhersehbaren Probleme einstellen. Plötzlich muss ein spezieller Detektor gemietet werden, es wird eine Stützkonstruktion für einen Suchstollen benötigt oder ein Kleinbagger muss vor Ort geschafft werden.

Mit der Abfassung einer Vereinbarung in dieser Form ist die Basis für eine Zusammenarbeit aus rechtlicher Sicht gelegt. Bei manchen heiklen Schatzsuchprojekten (z. B. Pastors Letter) standenstehen am Grabungsloch mehr Anwälte als Arbeiter, da hier die reelle Gefahr bestand, auf sensible Akten aus der Nazizeit zu stoßen.

Viele weitere Infos auch auf unserer Seite:

INDOORSUCHE