Kurzinfo

Im April 1945 wurden, nach heutigen Wert, 120 Millionen Euro der Reichsbankzentrale Berlin am Steinriegel, einem Berg am Walchensee versteckt. Der Schatz bestand aus Gold, Devisen und Juwelen. Weiteres Fluchtkapital wurde ebenfalls dort versteckt. 

Im Juli 1945 wurde der grösste Teil durch die Amerikaner geborgen.

Zusätzlich wurden weitere 3 Tonnen Gold nahe dem Ort Mittenwald gefunden. Die Herkunft dieses Goldes ist unbekannt.

Das rätselhafte Goldfund des Albert Singleton

 

Am 18.12.2016 wurde die verfilmte Geschichte des Albert Singleton in Kabel 1 um 20.15 Uhr gezeigt. 


Rückblick: Juni/Juli 1945, kurz nach Kriegsende

 

Im Sommer 1945 hatte er alle Hände voll zu tun! Albert Singleton, der jüngste Provost Marshall in der Armee der Vereinigten Staaten war nach Kriegsende abkommandiert worden in den Süden Bayerns, nach Mittenwald. Dort hatte der sommersprossige Sunnyboy als Befehlshaber der Military Police für Ordnung zu sorgen und nebenher noch Aufgaben für die Geheimdienste (CIC und CID) aus zu führen. Ein solcher Auftrag lag nun auf seinem Schreibtisch. Singleton solle mit einigen Soldaten und Kriegsgefangenen, gemeinsam mit Geheimdienstmitarbeitern einen im Karwendelgebirge versteckten Goldschatz bergen.

 

Sie trafen sich vor Mittenwald, ein Halbkettenfahrzeug und zwei aus Garmisch angereiste Lkwˋs mit Geheimen. Entlang der Isar ging die Fahrt Richtung Wallgau. Nach den Angaben der mitfahrenden Kriegsgefangenen, einem Oberst und zwei Hauptmänner der Wehrmacht hielt der Konvoi neben einem kleinen Bach.  Die Männer stiegen den steilen Hang hinauf bis zu einer kleinen Verflachung im Wald. Dort forderten die deutschen Soldaten die Amerikaner auf das Versteck zu suchen. Die Tarnung war jedoch perfekt, die Amerikaner fanden keinen Zugang. Die Deutschen lachten und öffneten eine getarnte Falltür. Ein halber Kubikmeter gestapelter Goldbarren leuchtete aus dem Dunkel heraus. Ausrüstungsgegenstände und Waffen der Wehrmacht waren ebenfalls in Bunker gehortet. Singleton, dem bereits die nächste Order von seinem Vorgesetzten im Nacken sass, wollte den Auftrag so schnell wie möglich abschliessen und befahl die Bergung des Goldes. Die Männer reichten das Gold aus dem Bunker zur Geländekante und versuchten die schweren Barren über den steilen Hang zu den wartenden Fahrzeugen zu transportieren. Das stellte sich als äusserst riskant heraus, einige Männer stürzten in dem unwegsamen Gelände.











Singleton verfiel auf eine ziemlich ungewöhnliche Idee. Um Unglücke zu vermeiden ordnete er an die Barren einfach den steilen Hang hinab schlittern zu lassen und unten aus dem Bach heraus zu fischen.

Gesagt, getan und schon rutsche der erste Barren den Berghang hinab. Mit Hilfe der "Goldrutsche" wurde das Versteck schnell geleert und die LKWˋs mit dem Gold und den CIC Miarbeitern fuhren ab nach Garmisch-Partenkirchen.


Singleton beschloss erst am nächsten Tag die Waffen, zusammen mit den Kriegsgefangen, zu bergen.


Der nächste Tag versprach ein heisser Sommertag zu werden, so fuhren sie in der Morgenkühle zum Versteck und bargen die Waffen, darunter zwei Sturmgewehre 44. Singleton fand die Bergung aussergewöhnlich und dokumentierte die Bergung der Waffen mit seiner Rollfilmkamera. Er knipste einen ganzen Film voll. Der Anstieg zum Versteck, am Versteck, beim Abtransport der Waffen. Diesen Film schickte er mit einem Brief zu seiner Frau nach Amerika. Von dem Gold das die Geheimdienstler nach Garmisch abfuhren hörte er nie wieder etwas.

(Sinngemäß zusammengefasst aus Ian Sayers lesenswertem Buch: "Nazi Gold, The greatest robbery in History")

 



1980:

Im Rahmen seiner Recherchen stiess der Autor des Buches "Nazi Gold", Ian Sayer, auch auf die Geschichte des Singleton Goldes. Sayer, der in seinem Buch auf die Vorkommnisse rund um das Reichsbankgold am Walchensee eingeht, erfuhr dass ein zweiter Goldschatz bei Mittenwald aufgetaucht war den Albert Singleton geborgen hatte. Er nahm Kontakt zu Singleton auf. Dieser betätigte die Hebung des Schatzes und bot an, seine Fotos und den Brief an seine Frau Sayer zu überlassen. So fand die Geschichte des "Singleton Goldes Eingang in Sayers sehr gut recherchiertes Buch.

 

2013:

Im Sommer 2013 hatten wir uns entschlossen den Fundort des Singleton Goldes zu  suchen. Bei unseren bisherigen Suchen hatte sich meist herausgestellt dass die Verbringer für das Kriegsende vorsorgten. Oftmals wurde im Umfeld des Hauptcaches kleinere Caches versteckt um nach Kriegsende darauf zurück greifen zu können. Das könnte auch im Falle des Singleton Goldes passiert sein.

Im Herbst 2014 kam uns ein Zufall zu Hilfe. Eine Filmproduktion aus München plante einen Pilotfilm für eine Schatzsuchersoap zu erstellen und wählte die Singlton Geschichte als Thema. Unter der aktiven Mitwirkung von Ian Sayer und den Erben von Albert Singleton wurde die Geschichte nochmals aufgerollt. Die Finanzmittel und die Manpower der Produktionsfirma ermöglichte Recherchen von denen wir als Hobbyforscher nur träumen können.

Die alten Telefonprotokolle wurden transskribiert, Luftbilder von 1945 eingekauft, Archive in der bayerischen Staatsbibliothek durchforscht und die alten Fotos von Singleton von Profis begutachtet. Sie analysierten Sonnenstand, Bewuchs, Schattenwurf, und Geologie um den Suchort eingrenzen zu können. Auch versuchten Sie die Herkunft der immerhin 3,5 Tonnen Gold zu ermitteln. Ausser dass bis heute einiges Gold des Auswärtigen Amtes verschunden ist, ergab sich, ausser ein Hinweis auf einen General Srack oder Streck, keine Spur die die Herkunft dieses Goldes klären könnte.




Wir führten viele Fahrten und Suchtouren in "Hot Spot" Gebieten durch. Aber es war wie verhext. Obwohl die Anfahrt durch Singleton beschrieben war, Photos und alte Luftbilder zur Verfügung standen und Experten durch die historischen Materialien gegangen sind blieb der Ort weiter rätselhaft. Fast 30 Suchen vor Ort blieben ergebnislos, nur Wehrmachtsschrott und Münzen wurden gefunden.



So werden wir denn weiter den fast verwehten Spuren des "Singleton Goldes" folgen, in der Hoffnung im Umfeld des Hauptversteckes auf weitere Caches zu stossen.