Kurzinfo


Im April 1945 wurden, nach heutigen Wert, 300 Millionen Euro der Reichsbankzentrale Berlin am Steinriegel, einem Berg am Walchensee versteckt. Der Schatz bestand aus Gold, Devisen und Juwelen. Weiteres Fluchtkapital wurde ebenfalls dort versteckt. 

Im Juli 1945 wurde der grösste Teil durch die Amerikaner geborgen.

Zusätzlich wurden weitere 3 Tonnen Gold nahe dem Ort Mittenwald gefunden. Die Herkunft dieses Goldes ist unbekannt.

Das Reichsbankgold

Bis ins ferne Singapur hat die Geschichte des Reichsbankgoldes schon seinen Weg gefunden. Ein Kamerateam hat uns, einen Historiker und einen schatzsuchenden "Samurai" zu den Orginalschauplätzen begleitet. Im Rahmen der Dokumentation "Secrets of the WW2" sollte nochmals der Schatzgeschichte nachgespürt werden.

 

 

Der Mythos Reichsbankgold


Was ist der geschichtliche Hintergrund und warum vermuten wir Fundchancen?


Ende April 1945 flüchteten sie aus dem bombenzerstörten Berlin. Fünfzehn Mann, drei LKW mit Anhängern und ein PKW. In den völlig überladenen Fahrzeugen ein Schatz der Reichsbank. 730 Goldbarren à 12,5 kg, Devisen, Druckstöcke, Notenpapier und Gewichtstabellen und die persönliche Habe. 

Über Karlsbad, Marienbad, Cham und München erreichte der Transport nach einer gefährlichen Fahrt unter dem Bombardement der Alliierten das Kohlebergwerk in Peißenberg in Oberbayern. In Cham und München wurden dem Schatz noch weitere 99 Beutel mit Devisen und sechs Kisten unbekannten Inhaltes zugestellt. Ebenfalls sprechen die Protokolle von zusätzlichen 24 Kisten mit Juwelen. 


Die ursprüngliche Planung sah vor, die Werte, ähnlich wie mit dem größten Teil der Goldreserven der Reichsbank kurz zuvor in Merkers geschehen, untertage einzulagern. In einem Stollen des Kohlebergwerks in Peißenberg. Die Grubenwässer machten jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sollten die Pumpen ausfallen, würden die Werte (insbesondere die Devisen) sprichwörtlich baden gehen. Also weiter, immer Richtung Süden, der legendären Alpenfestung entgegen. In Mittenwald, kurz vor der österreichischen Grenze, wurde der Schatz dem Leiter der Gebirgsjägerschule, Oberst Pfeiffer, übergeben und ein geeignetes Versteck gesucht. Die von Pfeiffer beauftragten Offiziere der Gebirgsjägerschule schlugen das Übungsgebiet der Gebirgsjäger am Walchensee vor. Dieses bot mehrere Vorteile:


- Es handelte sich um ein den Gebirgsjägern bekanntes und mit einem Betretungsverbot belegtes militärisches         Übungsgelände.

- Verstecke waren bereits vorhanden. Ursprünglich waren diese Verstecke als Depots für Ausrüstung der                     Gebirgsjäger, z. B. für Übungen, angelegt worden. Auch wurde darüber nachgedacht darin Ausrüstung und Waffen   für einen erhofften Waffengang mit den Amerikanern gegen die Sowjetunion nach der Kapitulation Deutschlands       zu bevorraten.

- Das Gebiet war leicht kontrollierbar.


Also wurden die Werte übergangsweise in das Jagdhaus in Einsiedel gebracht. Ab diesem Zeitpunkt werden die Aussagen der Zeugen und der Beteiligten in den vorliegenden Protokollen und Gesprächsnotizen unklar und widersprüchlich. Im Großen und Ganzen passierte Folgendes: In Nacht und Nebel-Aktionen wurde der Schatz durch die beteiligten Offiziere auf den Steinriegel gebracht. Die acht fleißigen Mulis und deren unermüdliche Führer bewältigten die Aufgabe in nur zwei Nächten. Zur Tarnung der Transporte wurde in Walchensee und Umgebung Fliegeralarm ausgelöst und damit eine Ausgangssperre und Verdunkelung angeordnet.


Trotz aller Geheimhaltungsversuche verfolgten neugierige Augen und zufällige Zeugen die Verbringung. Im Forsthaus beispielsweise war eine Vertriebenenfamilie namens Forstreicher einquartiert und der Vater wurde Zeuge der Transporte. Im in der Nachbarschaft liegenden Obernacher Hof beobachtete eine ukrainische Hilfsarbeiterin den Transport auf die Flanke des Steinriegels aus ihrer Dachkammer. Ein Wachmann der Genesendenkompanie vor Ort erkannte außerdem die Männer, die die Werte versteckten, als Offiziere, obwohl sie als einfache Soldaten verkleidet waren. Der Schatz erreichte also nur vermeintlich unbeobachtet seine Bestimmungsorte.


Das Gold wurde einfach vergraben und das Erdloch mit einer Baumwurzel getarnt. Die Devisen aber waren empfindlich gegen Feuchtigkeit, somit wurden aufwändigere Ausbauten der Verstecke notwendig. Nach der Verbringungsaktion kehrte kurz Ruhe ein. Doch schon am 26.04.1945 brachte Bankrat Mielke 25 weitere Kisten mit Gold nach Einsiedel und entnahm auf Geheiß von Reichswirtschaftsminister Dr. Funk fünf Beutel mit Devisen und 150.000 Franken aus einem der Depots. Netzeband begleitete Mielke zur Entnahme der Devisen an die Verstecke. Auch Dr. Schwedler entnahm für die Reichsbankfiliale München vier Säcke mit Devisen. Unglücklich wegen dieser Mitwisser und ebenso über die entstehenden Gerüchte in der Zivilbevölkerung reagierte der verantwortliche Oberst Pfeiffer. Er befand, dass schon zu viele Personen über den Standort des Schatzes informiert wären und befahl eine Umlagerung der Devisen. 

Aus heutiger Sicht scheint dies verwunderlich, da wir heutigen doch das Gold als interessanter einschätzen würden. Damals jedoch waren die konvertierbaren Devisen der wichtigere Teil des Schatzes. Ende April 1945 war längst absehbar, dass die Amerikaner Bayern besetzen würden. Aus diesem Grund waren allein z. B. die 2,2 Mio. US Dollar wertvoller als die gravierten, nummerierten und registrierten Goldbarren der Reichsbank. Es galt also neue Verstecke für die Devisen zu finden. Nach den uns vorliegenden Unterlagen wurden diese am Altlacher Berg, am Klausenkopf und am Simetsberg von jeweils einer Gruppe von Offizieren versteckt.


Grosszügigerweise hat uns Karl Esser, der Verfasser des spannenden Sachbuches: "Hitlers Gold, Devisen und Diamanten" mit einigen originalen Quellen ausgestattet, welche wir an dieser Stelle auszugsweise präsentieren wollen.




Noch heute lesen sich die Aussagen der Beteiligten spannend. Im Folgenden die Aussagen von zwei der Beteiligten der Goldverbringung: Hauptmann Rüger, welcher den Transport auf den Steinriegel hinauf begleitete und Georg Forstreicher, ein Einquartierter in dem Forsthaus in dem der Schatz vor dem Transport auf den Steinriegel, in der Zerwirkkammer, eingelagert wurde. 








Das Versteck am Simetsberg haben wir von www.forschen-fragen-finden.de im Winter 2008/09 wiederentdeckt. Leider war es leer, lediglich Reste von Wehrmachtsschrott fanden sich (Siehe nachfolgendes Kapitel!).


Die Offiziere verblieben, getarnt als Waldarbeiter und Holzknechte, an Ort und Stelle, um den Schatz zu bewachen und lebten in den Hütten in der Nähe. Für die Wächter begann eine ruhige Zeit an der Südseite des Walchensees, während die Reste des Dritten Reiches in Trümmern lagen. Trotzdem hatte Oberst Pfeiffer ein wachsames Auge auf die Gegend. Er, der noch in den letzten Kriegstagen sinnlosen Widerstand gegen die Amerikaner angeordnet und aus der Führerreserve 250 Offiziere mit Panzerfäusten für ein letztes Aufgebot mobilisiert hatte, sorgte am Walchensee rigoros für Waffenruhe. Als die Amerikaner über den Kesselberg einmarschierten drohte Pfeiffer den sich dort verborgen Liegenden, zum Kampf bereit haltenden Resten der 17. SS Pzgrendivision "Götz von Berlichingen", mit Angriffen von Seiten seiner Gebirgsjäger aus Mittenwald, sollten diese sich in der Jachenau und am Walchensee einigeln. Daraufhin zog die 17. nach einem kurzen Gefecht mit den Amerikanern Richtung Achenpass ab.


Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches kehrte Frieden am See ein. Doch die Gerüchteküche brodelte weiter und auch eine Widerstandsbewegung aus Mittenwald (Turricum) überbrachte die Informationen über einen Schatz zu den Amerikanern. Im Rahmen der Operation "Savehaven" hatten die Goldrush-Teams der Amerikaner die Aufgabe, Werte der Nazis sicherzustellen und an die ehemaligen Besitzer zurückzugeben. Und tatsächlich: Anfang Juni 1945 waren einige deutsche Kriegsgefangene vom US-amerikanischen Goldrush-Teams unter Druck gesetzt worden. Hauptmann Heinz Rüger, ehemaliger Offizier der Gebirgsjägerschule und Mitverstecker, hatte, nach schmerzhafter Befragung im Garmisch-Partenkirchener Gefängnis, das Versteck der Goldbarren am Walchensee schließlich preisgegeben.


Am 07.06.1945 erklommen die Soldaten des 55. Pionierbataillons den Steinriegel und machten daraufhin den Fund ihres Lebens. Ihre Schnappschüsse sind die einzigen vorhandenen Aufnahmen von der Bergung des Reichsbankgoldes. Keiner der GIs konnte sich aber an Devisen erinnern! Es musste also jemand vor den Amerikanern an den Depots gewesen sein. Und hier schließt sich der Kreis zu dem oben Berichteten. Zeugenaussagen einiger Beteiligter nach dem Krieg belegen: Am 29. April 1945 ließ Oberst Pfeiffer, Kommandeur der Gebirgsjäger-Offiziere, seine Männer die Devisendepots am Klausenkopf öffnen und befahl ihnen, drei neue Verstecke zu graben. Nur die leichteren Säcke mit den Devisen wurden umgelagert, die Goldbarren blieben unberührt. Die Beteiligten vereinbarten absolutes Stillschweigen und erfanden eine Legende für etwaige Vernehmungen: Die SS habe den Schatz nach Tirol transportiert. Hauptmann Rüger, der später im Verhör den entscheidenden Hinweis gab, konnte diese Verlagerungsaktion nicht verraten, denn er war nicht eingeweiht worden.


Der Goldschatz war also gefunden. Über das Gold der Reichsbankstelle München und die Devisen breitete sich ein Mantel des Schweigens, denn die Depots dieser Werte waren leer! Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte Pfeiffer abermals zugeschlagen und nachdem die Wachposten an den Depots mit gefälschten Papieren entlassen worden waren auf eigene Faust weitere Umlagerungen durchgeführt. Geholfen hat ihm der rätselhafte Rauch, ehemaliger Oberleutnant der Schutzpolizei und Adjutant des Reichsministers Lammer. Beide transportierten in strapaziösen Nachtmärschen Devisen in die Gsteigstr. 36, Garmisch-Partenkirchen, zu den Gebrüdern von Blücher und vergruben dort die Werte im Garten. Aber dann wurde das Netzebandprotokoll aufgespürt und ausgewertet. Netzeband war der Reichsbankoberkassier, der den Werttransport von Anfang an begleitet und eine peinlich genaue Bestandsliste geführt hatte, das sog. Netzebandprotokoll. So erfuhren die Amerikaner nun auch von den versteckten Devisen. Untersuchungen über deren Verbleib setzen ein und führten zu der Gruppe um Pfeiffer. Diese wurde mit einem erstaunlichen Prozedere konfrontiert: Bringt Werte bis zur Höhe der im Protokoll erfassten Beträge und wir lassen euch in Ruhe. Pfeiffer wusste ja darüber Bescheid, dass noch weitere Werte den Walchensee erreicht hatten, die im Protokoll von Netzeband nicht erfasst waren. Also fing er ein Pokerspiel der besonderen Art mit den Amerikanern an. Diese zwangen ihn Werte, deren Höhe sich aus den vorliegenden Unterlagen ergab, beizubringen. Damit waren die Amerikaner zufrieden. Offensichtlich jedoch verschwieg Pfeiffer die zusätzlichen Werte und wies listenreich auf hohe Entnahmen durch Schwedler und Mielke hin. Auch wurden Devisenfunde der Amerikaner im Landkreis Garmisch-Partenkirchen automatisch als Reichsbankwerte deklariert, so z. B. die bei Oberau gefundenen 400.000 US-Dollar. Durch diese Verschleierungstaktik konnte bis heute noch keine zufriedenstellende Statistik über den Verbleib der Devisenwerte erstellt werden. Auch von Seiten der Amerikaner gab es, außer für das Gold, keine Übernahmebelege. Das führte dazu, dass später neben den Amerikanern mehrmals Ermittlungen der deutschen Polizeibehörden geführt wurden, mit dem Ziel, diese Unklarheiten zu beseitigen. Dieses gelang jedoch bis heute nicht, sodass die Bundesbank sogar noch im Jahr 2000 einen Rechercheur mit der Durchleuchtung und Beurteilung der damaligen Vorgänge beauftragte, um hier Klarheit über den Verbleib eventueller Restmengen zu bekommen. Die polizeilichen Ermittlungen wurden nach Überschreitung des Verjährungshorizontes eingestellt.

 

    

Und hier gründet unser Suchansatz. Alles, was der gewissenhafte Reichsbankoberkassier Netzeband protokolliert hatte, wurde mit der Zeit gefunden, aber hatte er wirklich alles protokolliert? - 


Nein! Nach dem Krieg gab es Spekulationen, ein Teil des Schatzes sei nicht gefunden, noch bis zu drei Tonnen, so wurde vermutet, warten auf einen glücklichen Finder. Auch die Amerikaner vermissten 200 kg Gold, wie der Bericht der Landespolizei ausweist. Faktisch wurden ja damals sehr viel mehr Werte an den Walchensee gebracht, als über die vorhandenen Protokolle erfasst wurde. 


Immer wieder wurden nach dem Krieg den Treuhändern Werte aus dieser Gegend angeboten, zu einer Übergabe kam es niemals, da die Möglichkeit der Existenz von Raubgold (gestohlen aus den Landesbanken der besetzten Gebiete während des Krieges) nicht ausgeschlossen werden konnte und damit eine Fundprämie nicht auszahlbar gewesen wäre.


Am Ende des Krieges fluteten Unmengen von Material, Werten und Menschen in die Alpenregionen auf der Flucht vor den Siegern. Nazi-Bonzen, Militärs und Parteifunktionäre flohen nach Süden, in der Hoffnung, an einem sicheren Plätzchen das Kriegsende abzuwarten. In Garmisch-Partenkirchen, normalerweise 20.000 Bewohner, hielten sich zeitweilig bis zu 80.000 Personen auf. Berghütten, Heustadel, Häuser und Almen waren belegt mit teils hochrangigen Flüchtlingen. In Garmisch Militärgerät allenthalben, mitgeführte Wertgegenstände wurden, auch von Einheimischen, vermauert oder vergraben. Darüber hinaus wurden weitere Werte in Mittenwald oder direkt am Forsthaus angeliefert: 9 wasserdichte Kisten, 24 Kisten mit Juwelen. Weiter gibt es Hinweise auf Werte von hochrangigen Vertretern des Dritten Reiches und auch die von uns gefundenen Weinflaschen und Spirituosen tauchen in einigen Zeitdokumenten auf. Die von Berlin fast zeitgleich mit dem Netzeband-Transport aufgebrochenen Züge "Adler" und "Dohle" (verantwortlich Rosenberg-Lipinski) steuerten ursprünglich mit Ihrer Fracht von 500.000.000 Reichsmark und Devisen laut Marschbefehl Mittenwald an. In den Zügen befanden sich Führungsstäbe der verschiedenen Reichsministerien, sowie der Reichs-, Präsidial- und Parteikanzlei, deren Reiseziel angeblich Garmisch-Partenkirchen war. Die Züge erreichten ihr Ziel zwar nicht, sondern kamen nur bis München, aber die Weiterreise der Führungsstäbe mit den mitgeschleppten Wertgegenständen nach Garmisch-Partenkirchen ist aufgrund des Marschbefehles wahrscheinlich.


Wir versuchen eine Gegenüberstellung.


Von den Amerikanern wurden nachweislich gefunden: Das Goldversteck auf dem Steinriegel mit 728 Goldbarren à 12,5 kg (Die zwei fehlenden Goldbarren wurden später im Kamin des Offizierskasinos der Kaserne in Mittenwald gefunden), die Devisenverstecke auf dem Klausenkopf und Sintelsberg (!)

und die vier Juwelenkisten, welche neben dem Goldversteck lagen. 

(Quelle (Staatsarchiv): Zwischenbericht der Landespolizei vom 18.12.1951.)


Also bleiben noch fraglich aus dem von Netzeband protokollierten Haupttransport: 25 Kisten Gold, wobei es sich auch um das Singleton Gold handeln könnte, 9 wasserdichte Kisten mit unbekanntem Inhalt, ca. 30 Säcke mit Devisen, weitere 6 Kisten mit unbekanntem Inhalt, 20 Kisten mit Juwelen, 34 Druckplatten sowie kleinere Horte und Depots. Über die gefundenen Devisen liegen verschiedene Informationen vor, welche keine verlässliche Aussage über die Höhe des Gesamtbetrages zulassen. Die Ermittler halten 1953 darüber hinaus betreffend den Goldschatz Folgendes fest: "Im Walchenseegebiet wurden rund 12 Tonnen Gold vergraben. Die Amerikaner fanden durch ihre Bemühungen und deutschen Agenten nur 9,1 Tonnen." 

(Quellen (Staatsarchiv): Das sog. "Netzebandprotokoll" und die Vernehmungen der Treuhänder 1952.)



Angeblich gab es auch noch weitere Werttransporte in der Region um den Walchensee, jedoch nicht auf den Steinriegel sondern in andere Gebiete. Diese waren vom Reichsbankgoldtransport unabhängig. 2003 suchte beispielsweise Rudolf Elender, mit Hilfe einer originalen Verbringerkarte, an einer bestimmten Stelle im Estergebirge. Darüber wurde auch in der ZDF Dokumentation "Jäger verlorener Schätze - Das Reichbankgold" detailliert berichtet. Ebenso sollen aus verschiedenen Stäben und Entwicklungsprojekten Dokumente und Unterlagen den Weg nach Oberbayern gefunden haben. Ein Beispiel hierfür ist die Verlagerung eines Windkanales von Peenemünde an den Kochelsee. Auch Werner Heisenberg, der Vater der Unschärferelation, wurde in Urfeld von den Amerikanern einkassiert. Andere Geschichten betreffen Hans L., der am Kriegsende 1945 einen weiteren Transport beobachtete, verfolgte und die gefundenen Schätze umlagerte. Er verstarb nach einem Autounfall. Seiner Frau konnte er die Lagerstätten aufgrund seiner Kopfverletzungen nicht mitteilen. Über 20 Jahre suchte ein Kocheler Bürger nach dem L.-Schatz und fand nichts außer einer leeren Umlagerungsstätte! Auch gibt es klare Nachweise, dass sich einige Verbringer nach dem Krieg eines Lebensstils erfreuten, der nicht ihren offiziellen Einkommensmöglichkeiten entsprach.

Damit ergeben sich drei mögliche, spannende Fundspektren am Walchensee:


1: Reste des Reichsbankgoldes und der sonstigen Werte, wie oben beschrieben.


2; Reste reichsbankgoldunabhängiger Transporte in die Gegend, wie z. B. unsere Weinflaschen (Siehe nächstes Kapitel!) oder der Hans L.-Transport (Siehe übernächstes Kapitel!).


3: Kleinere Horte aller Art von Preziosen, angelegt von Flüchtlingen, die am Kriegsende, in der Hoffnung in der Alpenfestung Zuflucht zu finden, das Gebiet durchquert oder in der Gegend Unterschlupf fanden.

 

Nach dem Kriege gab es Spekulationen, ein Teil des Schatzes sei nicht gefunden, noch bis zu drei Tonnen wird vermutet, warten auf den glücklichen Finder. Sogar die Amerikaner sprechen von 200 verschwundenen Kilogramm.

 



Alles war damals in Bewegung nach Süden, die Strassen verstopft, die Züge überfüllt. Und es ist naheliegend anzunehmen dass nicht nur Hausrat und Essen transportiert wurde. Manch wohlhabender Nazi, genannt Goldfasan, manch hochrangiger Militär, manch Funktionär des dritten Reiches führte in seinem Gepäck die Chance für einen Neuanfang mit sich. Gold, Silber, Devisen, Kunstwerke alles schwappte nach Süden in der Hoffnung ein ruhiges Eckchen oder sogar einen Platz in der sagenumwobenen "Alpenfestung" zu ergattern. Dort das Ende des unsäglichen Krieges ab zu warten und danach einen Neuanfang zu starten. Für diesen Neuanfang wr das Startkapital dann schon vorhanden. Das musste aber vor dem Zugriff des Nachbarn geschützt werden. Schön wenn da jemand als Ansprechpartner vor Ort war, wie der Oberst Pfeiffer oder Friedrich Rauch in der Luttenseekaserne in Mittenwald. Schön wenn man ein Netzwerk hatte dem man vertrauen konnte und der die Werte z.B. im Übungsgebiet der Gebirgsjäger verstecken konnte. Aber auch wer niemand kannte hatte in den unzugänglichen Bergen gute Chancen sich selbst und seine Schätze über das Kriegsende zu bringen. Hüttenbucher verraten hier einiges: Dort ein SS Stab, da politische Bonzen auf den Berghütten. Und natürlich deren "Spargroschen" für die unsicheren Zeiten nach dem Krieg. Die versteckte man oder vergrub sie. Die meisten dieser Horte wurden dann nach dem Krieg wieder geleert und in eine sonnigere Zukunkt investiert.

Aber nicht alle Horte wurden geleert. Nazis wurden von den Siegern einkassiert und verurteilt. Soldaten landeten in Internierungslagern. Der Tod griff in die Reihen und forderte manches Opfer das sein Versteck nicht mehr leeren konnte. Manch ein Verbringer schaffte es zwar zurück in die Gegend, aber die Gegend war verändert. Hütten brannten ab, Windbruch zerstörte die Wälder, alte Wege verwilderten, neue Forstwege entstanden. Im Frühjahr versteckt sieht ein Ort in den Bergen im Sommer völlig verändert aus. Und dann hoften einige darauf nach einer evtl. Verjährung die Schätze aus den Verstecken zu holen. Nur fand man sich plötzlich in der DDR eingesperrt wieder und konnte keinen Zugriff erlangen.


Der "Pastors Letter" ist eine solche Geschichte.


Angeblich versteckt von einem Beauftragten von Franz Xaver Schwarz, dem Schatzmeister der NSDAP schlummert ein grosser Schatz in den Bergen um Mittenwald. Sogar eine verschlüsselte Schatzkarte, ein rätselhaftes Musikstück, existiert in dem der Ort des Hortes beschrieben ist. Franz Xaver Schwarz konnte den Schatz nicht mehr bergen da er im Internierungslager verstarb. Wo mögen die Diamanten liegen?


Oder die Geschichte des Hans Ley:


In einer Laine beginnt danach eine tragische Geschichte. Zwei RAD Jungens flüchten durch die Berglaine an einen gegenüberliegenden See, der noch Feindfrei ist. Beide sind wohl als letztes Aufgebot vorgesehen und ausgerüstet mit Panzerfäusten. Einer lässt angeblich eine Panzerfaust fallen, diese explodiert beide kommen dort um. Heute erinnert ein schlichtes Holzkreuz an das Geschehen vor 60 Jahren. Die Geschichte wurde nicht weiter verfolgt, es war Krieg und es starben damals viele Menschen. War es ein Unfall oder doch mehr? Angeblich hatte der eine Junge einen Bauchschuss und konnte sich noch in die Nähe von Eschenlohe schleppen. Warum wurden die Jungen dort ermordet?

Doch die Geschichte geht weiter. 1948 findet ein Einzelgänger in der Nähe wo die beiden Jungen starben einen Schatz, vermutlich Gold, verbringt diesen an 13 verschieden Stellen weiter und stirbt bei einem Autounfall. Woher stammt dieses Gold, wenn doch alles durch die Amerikaner gefunden wurde? 

Und woher kommt das ebenfalls sehr gut dokumentierte "Singleton Gold" das die Amerikaner bei Wallgau fanden? Fragen über Fragen, eben typisch FFF..

 

Hier setzen wir an und kommen zu erstaunlichen Ergebnissen.

 

Anfang 1945 waren in der Gegend mehrere Transporte unterwegs. Nicht nur das Gold des Netzeband fand den Weg an den Walchensee, auch weitere Lieferungen erreichten scheinbar die Gegend. In GAP wurden viele LKWs beladen mit den Werten der Bonzen des dritten Reiches sichergestellt. Teppiche von Göring, Silber, uvm.  Aber noch mehr Transporte erreichten die relative Sicherheit der Berge und fanden dort wo der Reichsschatz bereits war, weitere Verstecke. Diese Transporte wurden niemals erfasst. Im Chaos vor Kriegsende war keine Zeit für Akten und die Anlage von Dokumenten. Da sprach ein Offizier mit einem anderen, da versicherte ein Bauer dass er die Werte verstecken würde, da ging ein hohes Tier nachts mit dem Spaten in den Wald

Und so wurden auch die von uns gefundenen Weinflaschen versteckt. Tief im Wald neben einer Hütte und in der Nähe eines Devisenversteckes wurden Sie vergraben. Weinflaschen die pro Stück nach heutigem Wert dem Monatseinkommen eines Arbeiters entsprechen würden. Bestimmt für die Reichskanzlei wie alte Unterlagen des Weingutes beweisen.

 

  

 

Das Gelände dort ist extrem unwegsam. Gar nicht selten enden Steige an wilden Klammen, Holzerwege führen in die Sackgasse, Wege und Pfade entstehen scheinbar aus dem Nichts und verschwinden nach einiger Zeit wieder. Die Bäume bieten hervorragenden Sichtschutz für Verbringer, die Gegend war und ist menschenleer. Ideal für das Verstecken von Wertgegenständen.


Für uns beginnt eine Herkulesarbeit:

Ausgehend von der Schatzgeschichte des wieder entdeckten Goldes durch Hans Ley arbeiten wir uns langsam durch die Gegend. Dabei haben wir über die die Archivarbeit, Kartenauswertung, Interviews mit Zeitzeugen und die Gegenhanganalyse Hot Spots festgezurrt. Und trotzdem ist das zu durchsuchende Gebiet grösser als das Stadtgebiet von München. Unwegsam, felsig, steil mit Höhlen und versteckten Hütten und von wilden Bergbächen durchzogen. Im Sommer voll Mücken und Bremsen, im Winter voll Schnee.

Aber ca. 30% der Gegend dort sind nur sehr schwer zu erreichen, oder eignen sich aus geologischen Gesichtspunkten nicht für ein Versteck. (Felsen, zu steil, Wasserführend). Ausserdem war der Finder aus Augsburg und nicht zuhause in den bayerischen Bergen.

Das verkleinert natürlich das Suchgebiet.

Das Kriegstagebuch von D. weist auf ein angrenzendes Gebiet hin in dem vier Tote gefunden wurden.

Das vergrössert das Suchgebiet.

Ein alter Schatzsucher schwört in einer Laine Kistenreste gefunden zu haben.

Das macht es nochmals notwendig die Laine zu durchsuchen.

Es kommt das Gerücht auf eine Kiste wurde gefunden.

Wir prüfen: Fake oder Fakt?

Hans Ley so finden wir heraus arbeitete für das Bayernwerk und im Lainenverbau, war Schachspieler und erzählte seiner Frau dass sie sich für das Alter keine Sorgen mehr machen müssten.

Neue Informationen über nicht mehr existente Berghütten verändern wieder das Bild, Höhlen werden durchsucht. Gebiete werden als durchsucht gestrichen, plötzlich taucht auf einer alten Karte ein Bergwerkssymbol auf. Der Höhlenverein wird kontaktiert und bestätigt das Bergwerk. Die Suche geht wieder von vorne los.

Ein teuflisches Puzzle entsteht und gibt aus verschiedenen Perspektiven Raum für viele Theorien. Und die müssen wieder vor Ort überprüft werden.

Im folgenden versuchen wir in den Gebieten festzustellen ob eine militärische Nutzung gegeben war und evtl. Hinweise auf die beteiligten Einheiten zu bekommen. Dazu durchkämmen wir die Hotspots mit den Sonden, betauchen die Lainen mit professioneller Tauchausrüstung, arbeiten uns mit Canyoningausrüstung durch steile Bergbäche oder beklettern unwegsame Gebiete. Fast immer sind wir in Bereichen ohne Weg und Steg unterwegs und müssen dementprechende Wander- und Kletterausrüstung mitführen.

 

Und geniessen jeden Schritt auf den Spuren der Geschichte. Ein Abenteuer, und das direkt vor der eigenen Haustüre!